Mindestens alle zwei Wochen einmal höre ich die Frage “Welchen Mediaplayer muss ich benutzen, um Datei XYZ korrekt abzuspielen?”. Dabei ist eine Antwort doch recht simpel. Dieser kleine Artikel soll einen Einblick in die Welt der Mediaplayer geben und zeigen, wie man auch ohne großen Aufwand jedes Video flüssig und korrekt dargestellt abspielen kann.
“Wieso dieser Artikel? Per DirectShow Filter haben doch eh alle Mediaplayer die gleichen Funktionen. Einfach Codec installieren und fertig.” – Diese Meinung, die unglücklicherweise doch recht verbreitet ist, ist schlichtweg falsch. DirectShow hin oder her – wenn es um Containerformate wie OGG Video oder Matroska geht, dann muss Support von Seiten des Players kommen. Und oftmals ist dieser nicht vorhanden.
Als generelles Multitalent in Sachen Mediaplayer sollte der Videophile den Zoom Player in der WMV Pro Edition zur Hand haben. Dieser Player unterstützt sowohl proper Matroska Demuxing, als auch OGG und all die anderen Standartformate (Codec vorausgesetzt). Er ist auch der einzige Player, der Matroska Subtitles wirklich korrekt darstellt (jedenfalls das, was ich als korrekt ansehe, sprich Karaoke, Effekte etc.). Auch DVDs kann dieses Multitalent abspielen
. Nachteil des ganzen: Die Software kostet Geld.
Wenn man den Eindruck hat, dass das Video etwas zu langsam läuft und es sich nicht umbedingt um eine DVD handelt, dann sollte man mal den Media Player Classic ausprobieren. Dieser ist im Gegensatz zum Zoomplayer umsonst. In Sachen Funktionsumfang ist er beinahe gleich, wie gesagt… DVD Support fehlt bzw. geht auf meinem System nicht, je nachdem wie man es sehen mag. Gepowert durch Gabe’s Wissen in Sachen Filtering und Codecs ist dieser Player ein ziemliches Wunderwerk um Media Files aller Art großteils auch ohne Installation von Codecs abzuspielen. Matroska und OGG laufen auch wunderbar, es gibt de facto sogar noch mehr Optionen zur Anpassung. Kleines Plus: Der Player spielt auch Real Media Files ab
.
Video geht immer noch nicht? Na dann muss wohl mal VLC zu Rate gezogen werden. VLC ist ein Client, der eigentlich auf Streaming ausgelegt ist. Das Programm spielt aber auch kaputte Videos und allerlei andere Formate ab (mit andere Formate meine ich alles mögliche von A wie AVI bis Z wie… err… kA). Der Player bietet eine hervorragende Performance und ist gerade für ältere und schwächere Systeme DIE Wahl schlechthin, da er das Video nicht stocken lässt, sondern einfach die Qualität etwas runterregelt (was allerdings bei Ausgabe auf TV Geräten nicht auffällt). Support für DB MPEG2 und die oben erwähnten Streamingformate machen den Player recht vielfältig. Einziges Problem ist, dass man das ganze nicht durch Extrafilter erweitern kann, da die zum Download verfügbaren Plug-ins alle recht bescheiden in Sachen Funktion sind. Auch der wirklich arme Support für Matroska (keine Effekte, nichtmal ordentliche Formatierung der Subtitles) machen den Player etwas minderwertig in unkonventionellen Formaten. Nevertheless trotzdem noch ein Must-have für jeden Videofan und eins noch mit für den Weg: VLC ist KEIN schlechter Player, nur damit nicht der falsche Eindruck entsteht!
In Sachen Internetstreams und Audio benutz ich good ol’ Winamp, auch wenn Foobar 2000 dem Llama Wippin’ Player langsam den Rang abläuft. Winamp schwächelt in Sachen Unicode und das ist ganz böse im Jahr 2005. Auch das Fehlen moderner Formatunterstützungen wie FLAC oder APE in der Standartversion machen sich bös bemerkbar.
Jetzt ein Wort zum Thema Codecpacks. Immer wieder hör ich Leute, die meinen “Ja, installier halt Codecpack und dann hast alles drauf”. Das ist so grotesk und schlimm falsch, dass es mir wirklich weh tut! Codecpacks sind Werke des Teufels. Es mag sein, dass es für Anfänger verlockend sein mag mit einer Installation gleich das Standartschwump an Codecs zu bekommen, doch es birgt auch viele Nachteile: So sind fast nie die aktuellsten bzw. optimiertesten XviD Versionen enthalten, DivX ist zwar nicht veraltet, aber oft wird die normale Version included, die Audiocodecs fehlen teilweise oder es werden minderwertige Splitter installiert.
Mein Tipp an alle: Es ist vielleicht mehr Arbeit sich die Splitter und Codecs manuell zusammen zu suchen, aber man erhält insgesamt einen Performanceboost von 10-15% wenn man sich das ganze selber bastelt. Beispiel Matroska “Last Exile” von Vision Anime: Ich brauch nen Matroska Splitter, den VobSub Filter, DivX und nen Audiocodec. Wenn ein oder zwei Komponenten veraltet sind, läuft gleich das ganze Video schon langsam. Daher: Selbst ist der Mann (und die Space Axe ersetzt den Softsynth!).
“Wo ist denn der BSPlayer, den er früher so angepriesen hat?” – Jaja, der BSPlayer. Der BSPlayer fällt unter die Kategorie “ferner liefen” und ist unglücklicherweise ein normaler Mediaplayer. Ich hab ihn noch installiert, nutz ihn aber nicht mehr. Für XviD und DivX Fans, die eh nur AVIs schauen ist der Player ganz okay, allerdings ist AVI am aussterben. Aus Featuremangel kann ich den Player heute nicht mehr empfehlen.
Also merken wir uns folgendes (und ich bin froh, wenn wenigstens 2 Leute daraus ein bisschen Wissen ziehen):
- Immer zuerst Zoomplayer
- Wenn das nicht geht oder Zoomplayer zu teuer ist Media Player Classic
- Wenn das Video rummockt VLC
- Und NIEMALS Codecpacks!
In dem Sinne: Fröhliches Videoschauen, mit den richtigen Programmen kann man auch sicher sein, dass es ein vergnügliches Erlebnis wird
.














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